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Homeoffice nimmt einer ganzen Generation heimlich den Ehrgeiz.

Mann arbeitet am Laptop auf Bett, spricht am Handy im Sonnenuntergang. Kalender, Kopfhörer und Glas auf Bett.

Es fangt mit de klanen Sachen an.
Der Wecker um 7:58 statt um 6:45, weil dein „Arbeitsweg“ jetzt die 11 Schritte zwischen Bett und Laptop san.
Du loggst di in Slack ein, im ausg’woschenen Hoodie, Kaffee in da Hand, und liest Messages über Q4-Roadmaps nur halb, während im Hintergrund a Waschladung rotiert.

Früher host da vurgstellt, dass’d irgendeine Leiter raufkletterst: Eckbüro, größere Projekte, a Team, des si an dir orientiert.
Heit hoffst nur, dass in da wöchentlichen Stand-up dei Webcam ned einfriert.

Du erreichst deine Targets. Du beantwortest E-Mails. Du klappst den Laptop zua.
Und irgendwo, fast unhörbar, fangt’s an, dass si deine größten Ambitionen … optional anfühlen.

Kana hot uns vor dem Teil g’warnt.

Wenn Karrieren von Konferenzräumen in Schlafzimmer wandern

Scrollst am Dienstagvormittag durch LinkedIn, siehst’s eh: humble-brag Posts über „endlich Work-Life-Balance“ von Leit, die seit drei Tagen ihr Studio ned verlassen ham.
Die Energie is weich, fast schläfrig. Weniger „I bin hungrig zum Wachsen“ und mehr „I versuch nur, ned auszubrennen“.

Remote Work hot Freiheit und Flexibilität versprochen.
Was’s ganz leise geliefert hot: a Generation von Arbeitenden, die selten aus da Nähe sieht, wie Erfolg überhaupt ausschaut.
Früher war’s Büro a Bühne - chaotisch, laut, fehlerhaft.
Jetzt spüt si Ambition in klanen Rechteckerl am Bildschirm ab: auf stumm, Kamera aus, olle tun so, als war ois okay.

Red mit Managerinnen unter vier Augen, dann hörst a komisches G’ständnis:
Vüle sogn, ihre jüngsten Mitarbeiter
innen san g’scheit, fähig und irgendwie … flach.

A Director aus ana Tech-Firma hot ma von ana 24-jährigen Analystin erzählt, die jede Aufgabe zerlegt hot:
Scharfe Slides, fehlerlose Spreadsheets, nie z’spät.
Wie dann Feedback-Zeit war, fragt der Manager: Wos wüllst als Nächstes? Beförderung, a neue Herausforderung, Leadership-Track?

Die Analystin zögert und sagt: „Ehrlich, i wü nur weiter von daham arbeiten und ned z’vü Stress ham.“
Ka Hunger, ka kantige Ambition - nur da stille Wunsch,’s bequem zu haben.
Multiplizier des mit tausenden Zoom-Calls, und du siehst des Muster.

Büro-Leben hot vüle Schwächen g’habt, aber a Sache hot’s g’macht, die Remote Work selten nachbaut:
Es hot di umgeben von sichtbaren Laufbahnen.

Du host den VP g’sehn, der länger bleibt; die Senior Designerin, die dauernd in große Meetings eini’zogn wird; den Praktikanten, der plötzlich vorm CEO pitcht.
Du host Karriere-Gspräche am Gang mitkriagt.
Ambition war ansteckend, weil’s a körperliche Form g’habt hot.

Jetzt is dein Modell von „Erfolg“ a grüner Punkt neben am Namen in Slack und a poliertes LinkedIn-Profil.
Du siehst ned die Extra-Meile, nur des Endergebnis.
Und drum wirkt da Weg von dort, wo du bist, zu dort, wo die san, neblig, weit weg, fast unwirklich.

Wie Remote Work langsam unsere Horizonte schrumpfen lasst

Wenn’d deine Ambition im Remote-Setting schützen willst, brauchst a Sache, die die meisten auslassen: a persönliche „Heat Zone“.
Ka Vision Board, ka peinlicher Spruch.
Sondern a konkrete Zeit- und Raum-Insel, wo’d regelmäßig a Spur über des hinausgehst, was bequem is.

Des kann z. B. a 90-Minuten-Block sein, dreimal in da Wochen, wo’d Arbeit angreifst, die di a bissl schreckt:
A Idee pitchen.
Freiwillig an härteren Projektteil übernehmen.
Jemanden Seniorigen anschreiben und a g’scheite Frage stellen.

Du behandelst diese Blöcke wie Meetings mit deinem Zukunfts-Ich.
Ka Wäsche nebenbei, ka Doom-Scrolling, ka „Netflix halb im Hintergrund“.
Nur Arbeit, die - wenn’d sie konsequent machst - deine Rolle in zwei Jahren nimma wiedererkennbar macht.

Die meisten von uns ham beim Start von Remote Work genau des Gegenteil gmacht:
Mir ham auf Komfort und Überleben optimiert.

Mir ham Ja gsagt zu Video-Calls back-to-back und uns dann beschwert, dass ma ka Zeit zum tiefen Denken ham.
Mir ham Messages sofort beantwortet, nur damit ma „online“ wirken - während langfristige Ziele langsam am Tagesende versunken san.
Seien ma ehrlich: Ka Mensch macht des jeden einzelnen Tag perfekt.

Die Falle is subtil:
Du erreichst die leichten Ziele.
Deine Managerin is zufrieden genug.
Du kummst durch - und dieses „Durchkummen“ ersetzt ganz leise des ruhelose Jucken, aufzusteigen, die Spur zu wechseln oder wos Großes aufzubauen.
Du versagst ned.
Du kommst nur nimmer wirklich wohin.

Jede ambitionierte Person, die Remote Work langfristig durchzieht, scheint a gemeinsames Geheimnis zu ham: Sie baut sich ihr eigenes Ökosystem.
Weil des Standard-Ökosystem - Slack-Channels, wiederkehrende Zooms, Projektboards - auf Compliance gebaut is, ned auf Wachstum.

Mir lebn in ana Zeit, wo Firmen sagn „Own your career“, während’s fast jedes sichtbare Beispiel dafür entfernen, wie a mutiger Karriereschritt überhaupt ausschaut.

Also baust da deine eigenen Signale und a Gerüst:

  • Regelmäßige Calls mit Leit, die zwei oder drei Schritte weiter san als du - auch wenn’s außerhalb deiner Firma san.
  • Ein konkretes Ziel pro Quartal, des di a bissl schreckt und des ma ned in ana Woche abhaken kann.
  • Kleine, öffentliche Einsätze: bei am internen Meeting präsentieren, a kurze Analyse auf LinkedIn posten, deinem Boss a mutige Idee schicken.
  • A einfaches System, um Fortschritt zu tracken, ned nur Tasks: wos’d g’lernt host, wen’d kennenglernt host, wos’d probiert host.
  • Absichtliche Reibung: Co-Working-Tage, Office-Besuche, Events, wo’d di als die/der Unerfahrenste im Raum fühlst.

Ambition braucht Reibung - und Remote Work nimmt die meiste davon leise weg, wenn’d ned aktiv danach suchst.

Was ma verliert, wenn „eh gut genug“ zum Traum wird

Es gibt a stille Trauer, die kaum wer beim Reden über Remote Work wirklich benennt.
Es geht ned nur um fehlende After-Work-Drinks oder Brainstorming in Person.
Es geht drum, dass ma die Version von sich selbst verpasst, die vielleicht auftaucht wär, wenn ma a bissl mehr gefordert und a bissl mehr gesehen worden wär.

Vielleicht hättst früher a Team g’führt.
Hättst des Side-Project früher ang’fangen.
Wärst in a andere Branche g’sprungen, bevor’d di zu tief in diese bequeme, leicht betäubte Routine einnistet.

Mir kennen des olle: der Moment, wo’d di beim Dahintreiben ertappst und denkst: „Wann hab i eigentlich aufghört, mehr zu wollen?“

Das Gruselige dran: Des Dahintreiben fühlt si ned wie a Krise an.
Es fühlt si an wie a ganz normaler Dienstag.

Kernpunkt Detail Wert für die Leser*in
Remote Work versteckt Ambitions-Signale Weniger Vorbilder, ka Gang-Gspräche, Erfolg wird abstrakt Hilft da zu verstehen, warum dein Antrieb niedriger is, obwohl „eh nix falsch“ wirkt
Du brauchst a persönliche „Heat Zone“ Geschützte Blöcke für Stretch-Work, proaktives Outreach, sichtbare Challenges Gibt da an praktischen Weg, Ambition wieder anzuschalten, ohne glei den Job zu kündigen
Bau da dein eigenes Wachstums-Ökosystem Mentor*innen, „scary goals“ pro Quartal, öffentliche Stakes, absichtliche Reibung Macht aus Remote Work ka Komfort-Falle, sondern a Plattform für langfristiges Wachstum

FAQ:

  • Killt Remote Work wirklich Ambition, oder san mir einfach nur müde? Für vüle is es beides. Chronische Müdigkeit und Unsicherheit machen Komfort sicherer als Risiko - und Remote nimmt vüle von den natürlichen Schubsern Richtung Wachstum weg, die’s Büro früher geliefert hot.
  • Kann i ambitioniert bleiben, wenn meine Firma komplett remote is? Ja, aber du musst deutlich gezielter sein. Such da Mentor*innen, meld di für sichtbare Projekte und bau dir deine eigene „Heat Zone“, wo’d über Basisaufgaben hinausgehst.
  • Muss i zurück ins Büro, um a große Karriere zu machen? Nein. Hybrid oder gelegentliche Präsenztage können helfen. Wirklich wichtig is: Kontakt zu Menschen, Stakes und Chancen, die a Spur über deinem aktuellen Level liegen.
  • Wos, wenn mein Ziel wirklich einfach nur a ruhiger Remote-Job is? Völlig legitim. Der Punkt is, dass’d es bewusst auswählst - und ned zufällig hineinschlitterst, weil dein Umfeld deine Ambition langsam abdreht, ohne dass’d es merkst.
  • Woran merk i, dass meine Ambition nachlässt? Schau auf Zeichen: Du bist kaum mehr nervös wegen Arbeit, bist wenig neugierig aufs Nächste, und dein Hauptziel is „durch die Woche kommen“ statt in den nächsten Jahren wos Größeres aufzubauen.

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